(Letzte Änderung 08.03.2008)
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Projektziele
Ziel des Projektes PRECARE ist ein Monitor-System, das eingebettet wird in den Prozess zur Prädiktion und Prävention der HKE.
Der PRECARE-Prozess beginnt im 1. Schritt mit einer Risikobestimmung (Screening), die gemeinsam mit dem EPC telematisch durchgeführt wird. Mit einer einfachen Sensorik (z.B. Ar-Sensor) wird eine Langzeitaufnahme gemacht. Die Vitalsignale werden über den patientenindividuellen Zugang des Beratungsportals zum EPC übertragen und dort im PRECARE-System ICASE automatisch unter fachärztlicher Supervision ausgewertet. Aus der Langzeitaufnahme und der PROCAM-Methode werden Veränderungen der autonomen Regulation ausgewertet und der HKE-Risikowert berechnet. Die Auswerteergebnisse und der HKE-Risikowert werden im Patientenbereich des Beratungsportals abgelegt und können dort vom Patienten eingesehen werden.
Ist die autonome Regulation ungestört und der HKE-Risikowert unauffällig, so ist es dem Patienten freigestellt, das Screening nach angemessener Zeit zu wiederholen.
Ist die autonome Regulation gestört und der HKE-Risikowert auffällig, so wird das EPC oder MVZ informiert und der Patient zu einer kardiologischen Untersuchung (z.B. Echokardiographie, EKG und Ergometrie) und einer umfassenderen PRECARE-Überwachung (2. Schritt) eingeladen. Die Erfassung der Biosignale erfolgt ambulant. Dazu kann sich die Person im häuslichen Bereich aufhalten oder auch mobil sein.
Ist das Ergebnis der Differentialdiagnose dergestalt, dass eine Therapie eingeleitet werden muss, so wird der Therapieverlauf und das Ergebnis durch eine kontinuierliche Überwachung (3. Schritt) und ein entsprechendes Gesundheitscoaching begleitet. Bei der Messung der Vitalparameter kann es sich in kritischen Fällen um eine 24/7-Überwachung handeln. In leichteren Fällen kann die Überwachung auf eine Intervallmessung reduziert werden.
Bei Risiko-Patienten erfolgt im 4. Schritt i.d.R. eine kontinuierliche 24/7-Überwachung, um kardiale Ereignisse zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Die hier beschriebene Vorgehensweise beim Gesundheitscoaching und dem dafür notwendigen Prozess wird im Rahmen des Projektes beim Medizinischen Partner (vorgesehen ist des European Prevention Center (EPC)) als Pilotanwendung eingerichtet. Der medizinische Partner wird die Entwicklung des PRECARE-Systems medizinisch begleiten. Die Patienten werden während des Gesundheitscoachings durch ein webbasiertes Beratungsportal individuell betreut. Sie haben über das Portal selbst die Möglichkeit, den Erfolg der Therapie in Form des Verlaufs der Vitalparameter zu beobachten. Dabei wird auch auf die psychologische Wirkung vertraut, dass Patienten, die ihre Daten selbst beobachten können, sich sicherer fühlen.
Der PRECARE-Prozess leistet
- in der Primärprävention
- die Erkennung einer bestehenden HKE,
- die Risikostratifizierung und ggf. Einleitung therapeutischer Maßnahmen;
- im Sinne der Sekundärprävention
- die Verlaufskontrolle, die Therapieeinstellung und Erfolgsüberwachung der Therapie,
- die ambulante Akutüberwachung bei high-risk-Patienten (z.B. zeitnahe nach operativen Eingriffen, daraus resultierend eine Kostenersparnisse im stationären Bereich),
- Messung und Bewertung der mechanischen Herzleistung (z. B. Cardiac Output oder Auswurffraktion) bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (besonders Endstadium; als langfristiges Projektziel geplant).
Das PRECARE-System bestimmt die Vitalparameter:
- EKG,
- arterieller Blutdruckänderung (quasikontinuierlich), Pulstransitzeit (PTT),
- HKE-Risikowert,
- Arrhythmie, Herzfrequenz,
- Herzleistung,
- Sauerstoffsättigung,
- Ventilation und Flow.
Aus den zeitlichen Veränderungen der Vitalparameter wird die autonome Regulation beurteilt und der HKE-Risikowert berechnet.
Das PRECARE-System ist modular aufgebaut und wird je nach patientenspezifischen Erfordernissen mit folgenden Komponenten oder Funktionen konfiguriert:
- Medizinisch erprobte Sensorprinzipien mit integrierter Signalanpassung zur Erfassung von Biosignalen (z.B. Blutdruckänderung, Flow, Sauerstoffsättigung, EKG usw.); Verwendung von textilintegrierter Sensorik, neue Mikrosystemintegration und Applikationsorte, keine neuen Wirkprinzipien;
- Integration und Verfahrensentwicklung zur Herstellung der Sensorkomponenten als Mikrosysteme unter den Aspekten Tragekomfort, Haltbarkeit und Verträglichkeit,
- Modularisierung mit einheitlichen Schnittstellen, automatischer Parametrierung und Signaladaption,
- Komponenten zur telemetrischen Übertragung der Signale und Daten (z.B. UMTS, BT, ZygBee, wirelessUSB u.a.),
- schnelle Online-Übertragung der Signale nach dem IMEX-Standard, Anwendung des Datenprotokolls,
- Analyse und Klassifikation der Signale zur Bestimmung der Vitalparameter, zur on-line Event-Erkennung und Berechnung des HKE-Risikowertes; Klassifikation von Artefakten,
- vernetzte Datenbanken zur Speicherung der biomedizinischen Signaldaten und der Signalmuster,
- Fernadministration des Systems zur Gewährleistung der Funktionalität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, Sprachkommunikation zur Benutzerführung, Mobilitätserhöhung durch Anschaltung oder Integration eines GMS/GPS-Ortungssystem.

